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Was bedeutet im Kontext eines Hilfsangebotes für Familien
der Begriff "systemisch"?




Mit diesem Begriff verbindet sich zunächst eine Vorstellung, die in der „Familientherapie“ häufig verwendet wird.
Die Familientherapie ist in den 50er Jahren in den Vereinigten Staaten entwickelt worden durch Virginia Satir als Gegenbewegung zu den bis dahin vorherrschenden  Therapierichtungen der Psychoanalyse und der Verhaltenstherapie, die den einzelnen Menschen im Blickfeld hatten. Noch in den 40er Jahren war es tabu, die Familie in eine Therapie mit einzubeziehen.

Häufig wurde aber beobachtet, dass die verbesserte psychische Verfassung eines Familienmitgliedes die Verschlechterung der Befindlichkeit eines anderen Familienmitgliedes zu Folge hatte. Es wurde daraus geschlossen, dass das gesamte familiäre Gleichgewicht gestört war. Das hat den Blickwinkel vom Einzelnen auf das „System Familie“ gelenkt.

Es entstanden nun ganz neue Möglichkeiten, therapeutisch tätig zu sein, es wurden ganze Familien zur Therapie eingeladen, um z.B. die Kommunikationsstrukturen in einer Familie zu untersuchen und zu verändern oder die Konflikte zwischen den einzelnen Familienmitgliedern besser zu verstehen und  positiv zu beeinflussen.
Im Laufe der folgenden Jahre wurde aber die Orientierung an der gesamten Familie als alleinige Möglichkeit der Behandlung immer mehr in Frage  gestellt, weil es nur eine Form unter vielen ist, in der sich Menschen sozial organisieren. Die Bedeutung einer systemischen Perspektive, als einer bestimmten Weise, die Welt wahrzunehmen rückte in den Vordergrund. Wichtig wurde die Frage, wie Menschen in einem System gemeinsam ihre Wirklichkeit erschaffen und was ihrem Denken und Erleben zugrunde liegt und wie sich Beziehungen gestalten.

Für die Therapie bedeutete es, dass es immer weniger wichtig war, dass die gesamte Familie in der Therapie anwesend war. Nun war es möglich auch mit Teilsystemen der Familie zu arbeiten (z.B. nur mit den Eltern). Außerdem veränderte sich die Rolle des Therapeuten, indem er sich nicht mehr als alleiniger „Experte“ verstand, der objektive Erkenntnisse über die Familie hat und entsprechende Interventionen einbringt, sondern dass der Familie als dem Konstrukteur ihrer eigenen Realität eine aktive Rolle bei der Lösung ihrer Problematik zukommt.

Zunehmend wurde daher nicht mehr von „Familientherapie“ gesprochen, sondern von „systemischer Therapie“.
Dennoch gibt es nicht „die“ systemische Therapie. Vielmehr ist es ein Oberbegriff für eine Vielzahl unterschiedlicher Modelle.



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